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Pansenazidose bei Milchkühen: Symptome erkennen - PerformaNat

Geschrieben von Julia Rosendahl | 18.06.2026

Pansenazidose zählt zu den stillen Herausforderungen vieler Milchviehbetriebe.
Gerade nach der Kalbung, wenn die Futteraufnahme noch nicht optimal ist und gleichzeitig viel Energie für die Milchproduktion benötigt wird, kann das empfindliche Gleichgewicht im Pansen kippen. Die Folgen sind nicht nur für die Kuh belastend, sondern wirken sich auch spürbar auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes aus. Deshalb lohnt es sich, die Signale früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen kompakten Überblick zum Thema Pansenazidose und sprechen über unsere Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Milchviehbetrieben.

Das Thema kurz und kompakt erklärt

  • Weit verbreitet, oft kaum sichtbar: In Hochleistungsherden sind zeitweise bis zu 20 – 40 % der Kühe von subklinischer Pansenazidose betroffen, meist ohne sichtbare Krankheitszeichen.
  • Stille Folgeschäden: Pansenazidose schädigt die Pansenzotten, stört die Fettsäureabsorption und erhöht das Risiko für Klauenrehe und Leberabszesse. Oft sind die Folgen erst Wochen nach der eigentlichen Übersäuerung sichtbar.
  • Kritische Phasen: Die Transitphase nach der Kalbung und die Sommermonate mit Hitzestress sind besonders risikoreiche Zeiträume für die Pansengesundheit. 
  • Phytogene Wirkstoffe fördern die Absorptionsfähigkeit der Pansenwand aktiv, statt nur vorhandene Säure zu puffern.
  • Gezielte Prophylaxe: Der PansenFit Bolus von PerformaNat ermöglicht die Unterstützung einzelner Risikotiere, ohne die gesamte Ration anpassen zu müssen.

Wie entsteht eine Pansenazidose bei Milchkühen?

Pansenazidose ist eine Stoffwechselstörung bei Rindern, die durch eine Übersäuerung des Pansens ausgelöst wird.

Oft entsteht sie aus einem Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren:

  • Unausgewogene Rationen mit wenig Rohfaser und viel Kraftfutter
  • Plötzliche Futterumstellungen ohne ausreichende Gewöhnungszeit
  • Transitphase nach der Kalbung: Energiebedarf steigt stark, Futteraufnahme zieht oft noch nicht mit
  • Hitzestress: Kühe fressen selektiv, meiden Rohfaser, produzieren weniger puffernden Speichel
  • Soziale Faktoren: rangniedere Kühe mit weniger Zugang zum Futtertisch sind besonders gefährdet



Eine Azidose bei Milchkühen ergibt sich häufig aus einem Zusammenspiel von unausgewogene Rationen, Futterumstellungen, der Transitphase, Hitzestress oder soziale Faktoren.

Das Resultat ist ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Pansen. Aus dem Futter wird dadurch weniger Acetat und Propionat gebildet, was die Kuh zur Herstellung von Milchfett und Milchzucker benötigt. Bei niedrigen pH-Werten unter 5,8 wird vermehrt Milchsäure produziert, die den pH-Wert weiter sinken lässt. Sobald dieser dauerhaft unter 5,8 fällt, spricht man von einer Azidose. Das Gleichgewicht der Mikroorganismen gerät aus dem Lot und die Futterverwertung funktioniert nicht mehr optimal.

Woran erkennt man eine Pansenazidose?

Pansenazidose verläuft häufig subklinisch. Die Tiere wirken nicht krank im klassischen Sinne, zeigen aber subtile Veränderungen. Wer seine Tiere kennt und ihr Verhalten täglich beobachtet, kann frühzeitig reagieren.

Typische Warnsignale einer Pansenazidose

  • Nachlassender Appetit und schwankende Futteraufnahme innerhalb der Gruppe
  • Sinkende Milchleistung und rückläufiger Milchfettgehalt
  • Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) unter 1,0: ein starkes Indiz für Pansenazidose, bei Ketose liegt er dagegen häufig über 1,4
  • Ausgeprägte Hungergrube als Zeichen unzureichender Futteraufnahme
  • Auffälliger Kot: grau, schmierig, mit unverdauten Futterbestandteilen bis hin zu Durchfall
  • Reduzierte Wiederkaurate: unter 50–60 Schläge pro Bissen als Richtwert


Häufig betroffen von einer Pansenazidose: rangniedere Kühe mit weniger Zugang zum Futtertisch

Welche Formen der Pansenazidose gibt es?

Pansenazidose ist nicht gleich Pansenazidose. In der Veterinärmedizin werden zwei Hauptformen klar voneinander unterschieden:

1. Akute Pansenazidose

pH-Wert: Unter 5,0–5,5
Auftreten: Selten, meist durch Fütterungsunfälle

Die akute Form ist der Notfall im Stall. Sie entsteht meist durch ein akutes Fütterungsereignis.

Beispiele:

  • Eine Kuh kommt unbemerkt an die Kraftfutterkiste
  • Es gibt einen Dosierfehler in der Ration
  • Eine abrupte Futterumstellung

Symptome: Festliegen, Futterverweigerung, wässriger Durchfall, sichtbare Schwäche.

Diese Tiere brauchen sofortige tierärztliche Versorgung. Im Milchviehbetrieb ist die akute Azidose zum Glück selten, deutlich häufiger tritt sie in Mastbetrieben auf.

2. Subakute Pansenazidose (SARA)

pH-Wert: Unter 5,5–5,8 für 3–5 Stunden täglich
Auftreten: Häufig, oft unbemerkt

Das ist die Form, die in Milchviehbetrieben die größte wirtschaftliche Rolle spielt und die am schwersten zu greifen ist, da die Tiere häufig keine starken Symptome zeigen. Sie fressen, sie laufen, sie geben Milch, aber sie arbeiten mit „angezogener Handbremse“. In früh- und hochlaktierenden Herden können bis zu 25 % der Kühe gleichzeitig betroffen sein, ohne dass es auf den ersten Blick sichtbar wird.

Akute vs. subklinische Pansenazidose im Vergleich

Kategorie Akute Pansenazidose Subakute Pansenazidose
pH-Wert Unter 5,0–5,5 5,5–5,8 stundenweise
Symptome Offensichtlich: Festliegen, Futterverweigerung, Durchfall Subtil: Leistungsabfall, sinkender Milchfettgehalt, Klauenprobleme
Häufigkeit Selten (eher Mastbetriebe) Bis zu 25 % der Herde gleichzeitig
Erkennung Sofort sichtbar Oft erst nach Wochen
Wirtschaftlicher Schaden Hoch, aber einmalig Chronisch & verdeckt

Folgen einer Pansenazidose für Kuh und Betrieb

Bleibt eine Pansenazidose unbehandelt, kann sie sich massiv auf die Gesundheit der Kuh auswirken. Entzündungen der Pansenwand entstehen, Toxine gelangen ins Blut und belasten die Leber. Die Energie aus dem Futter wird nicht mehr effizient genutzt, wodurch die Milchleistung und Fruchtbarkeit leiden. Kühe mit häufigen subklinischen Azidosen haben außerdem ein deutlich erhöhtes Risiko für Lahmheiten.

Auswirkungen auf die Kuh Auswirkungen auf den Betrieb
Entzündungen der Pansenwand (Ruminitis) Höhere Behandlungskosten
Toxinbelastung und Leberbelastung Rückgang der Milchleistung
Schlechtere Verwertung des Futters Geringere Futtereffizienz
Rückgang der Fruchtbarkeit Verlängerte Zwischenkalbezeiten
Erhöhtes Risiko für Klauenrehe Höheres Risiko für Abgang wertvoller Tiere
Allgemeine Schwächung des Immunsystems Wirtschaftliche Verluste durch sinkende Tiergesundheit

Hitzestress: Warum das Risiko im Sommer steigt

Was viele unterschätzen: Hitzestress und Pansenazidose sind eng miteinander verknüpft. Wenn Kühe hecheln, atmen sie mehr CO₂ ab, um den Blut-pH stabil zu halten, scheidet der Körper dann vermehrt Bicarbonat über den Urin aus. Dieses Bicarbonat fehlt anschließend im Speichel zur Pansenpufferung. Gleichzeitig ändern Kühe unter Hitze ihr Fressverhalten: Sie wählen bevorzugt Kraftfutterkomponenten und meiden Rohfaser, weil deren Verdauung Wärme erzeugt. Weniger Struktur bedeutet weniger Kauen, weniger Speichel, weniger Pufferwirkung. Das Azidoserisiko steigt auf mehreren Ebenen gleichzeitig.

Wie kann ich eine Pansenazidose gezielt behandeln?

Bei Verdacht auf Pansenazidose ist zügiges Handeln entscheidend. Ziel ist es, den pH-Wert im Pansen zu stabilisieren, die Fermentation wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Kuh energetisch zu unterstützen. Der PansenFit von PerformaNat wurde genau dafür entwickelt. Er kombiniert Puffersubstanzen, die die Säure neutralisieren und unterstützt mit Lebendhefen zur Stabilisierung der Pansenflora. Propionat liefert zusätzliche Energie, während phytogene Wirkstoffe die Futteraufnahme fördern. Bierhefezellwände schützen die Pansenwand und binden schädliche Toxine. Bei einer bestehenden Azidose können Puffer, Propionat, Lebendhefe, Bierhefezellwände und phytogene Wirkstoffe für eine Verbesserung sorgen.

Wie beuge ich Pansenazidose wirksam vor?

Vorbeugung beginnt bei der Rationsgestaltung. Die wichtigsten Stellschrauben sind:

  • Kraftfutter langsam steigern, insbesondere nach der Kalbung, denn die Pansenzotten brauchen Zeit zur Anpassung
  • Strukturreiche Futtermittel einsetzen: Heu oder Stroh regen das Wiederkauen an und fördern die Speichelbildung
  • Futterwechsel über mehrere Tage einplanen, nie abrupt umstellen
  • TMR regelmäßig kontrollieren: Partikelgröße prüfen (Schüttelbox), Selektion von Kraftfutter erkennen und vermeiden
  • Wasserversorgung sichern: ausreichend sauberes Wasser ist essenziell für Speichelbildung und Pansenmotilität
  • Herde beobachten: Sinkender Milchfettgehalt, auffälliger Kot oder reduzierte Wiederkaurate sind frühe Warnsignale
  • Gezielt supplementieren: Bei Hochleistungskühen, in der Transitphase und unter Hitzestress phytogene Lösungen wie den PansenFit Bolus einsetzen

Häufige Fragen zur Pansenazidose

Was passiert bei einer Pansenazidose?

Die Mikroorganismen produzieren aus schnell fermentierbaren Kohlenhydraten zu schnell zu viel Säure. Der pH-Wert im Pansen sinkt, wichtige Bakterien sterben ab und die Fermentation wird gestört. Milchsäure entsteht, Toxine gelangen ins Blut und die Verdauung gerät aus dem Gleichgewicht.

Was tun bei akuter Pansenazidose?

Die Kuh sollte schnell mit Puffersubstanzen, Energie und stabilisierenden Komponenten versorgt werden. Der PansenFit Bolus bietet genau diese Kombination. Bei schweren akuten Verläufen ist zusätzlich tierärztliche Unterstützung sinnvoll.

Wie erkenne ich eine Pansenazidose und wie unterscheide ich sie von Ketose?

Typische Hinweise sind sinkende Milchleistung, Appetitverlust, schlechte Wiederkauraten und auffälliger Kot. Diese Symptome können auch bei Ketose auftreten. Ein entscheidender Unterschied: Bei Ketose liegt der Fett-Eiweiß-Quotient (FEQ) häufig oberhalb von 1,4 – bei Azidose hingegen unter 1,0. Die Milchinhaltsstoffe geben also wichtige Hinweise bei der Einordnung.

Was ist eine chronisch-latente Pansenazidose?

Bei einer chronisch-latenten Pansenazidose liegt der pH-Wert über längere Zeit leicht unter dem Normalwert von 5,8. Die Kuh zeigt keine akuten Symptome, leidet aber langfristig unter Leistungseinbußen und gesundheitlichen Problemen. Diese Form ist besonders tückisch, weil sie im Alltag leicht übersehen wird.

Wie oft sollte ich den Fett-Eiweiß-Quotienten kontrollieren?

Bei jeder Milchkontrolle auf Herden- und Einzeltierebene. Ein Wert unter 1,0 bei gleichzeitig hoher Leistung ist ein starkes Indiz für Pansenazidose. Wer diesen Wert konsequent im Blick behält, kann Probleme oft erkennen, bevor sie sich klinisch zeigen.

Kann Pansenazidose zu Klauenrehe führen?

Ja. Das ist einer der Gründe, warum Pansenazidose so unterschätzt wird. Bei einer Übersäuerung können Endotoxine und Histamine über die geschädigte Pansenwand in die Blutbahn gelangen. Dort lösen sie Entzündungsreaktionen aus, die bspw. das Klauenhorn schwächen.