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Drei schwarzbunte Holstein-Kühe mit gelben Ohrmarken und Monitoring-Halsbändern fressen gemeinsam am Fressgitter im Stall; Fokus auf die Futteraufnahme zur Calciumversorgung.

Milchfieberprophylaxe: Welche Calciumquelle ist am wirksamsten?

Das Wichtigste in Kürze

  • Verschiedene Calciumverbindungen unterscheiden sich deutlich in Löslichkeit, Calciumgehalt und Aufnahmegeschwindigkeit.
  • Rund 50 % des Calciums werden bereits im Pansen aufgenommen.
  • Calcium muss gelöst vorliegen, damit die Kuh es aufnehmen kann.
  • Calciumcarbonat und Calciumhydroxid lösen sich im Pansen kaum und eignen sich nicht für die Milchfieberprophylaxe.
  • Calciumchlorid erhöht den Blutcalciumspiegel schnell, kann aber Schleimhäute reizen.
  • Calciumformiat, Calciumpropionat und Calciumacetat gelten als gut bioverfügbare und verträgliche Calciumquellen.
  • Phytogene Zusatzstoffe können die aktive Calciumaufnahme im Pansen unterstützen.

Milchfieber ist eine Stoffwechselstörung bei Milchkühen, die durch einen zu niedrigen Calciumspiegel im Blut nach der Kalbung entsteht. Für die Milchfieberprophylaxe eignen sich vor allem gut lösliche Calciumverbindungen. Doch nicht jede Calciumquelle wird von der Kuh gleich gut aufgenommen. Der Artikel zeigt, wie sich verschiedene Calciumverbindungen unterscheiden und welche Eigenschaften für eine wirksame Milchfieberprophylaxe entscheidend sind.

 

Wie nimmt die Kuh Calcium auf?

Milchkühe nehmen Calcium bereits zu etwa 50 % im Pansen auf. Weitere 35 % werden im Dünndarm und rund 15 % im Dickdarm absorbiert. Untersuchungen zur Calciumaufnahme beim Wiederkäuer beschreiben den Pansen deshalb als wichtigen Aufnahmeort für oral verabreichtes Calcium.Laut Untersuchungen erfolgt die Calciumaufnahme im Verdauungstrakt auf zwei Wegen:

  • Passive Aufnahme zwischen den Zellen: Calcium diffundiert entlang des Konzentrationsgefälles. Dieser Mechanismus funktioniert nur bei hohen Calciumkonzentrationen.
  • Aktive Aufnahme über Transportproteine: Calcium wird über sogenannte TRP-Kanäle aktiv durch die Zellwand transportiert.

Die aktive Aufnahme im Dünndarm erfolgt überwiegend über den Vitamin-D-Stoffwechsel. Im Pansen funktioniert dieser Mechanismus dagegen weitgehend Vitamin D unabhängig. Untersuchungen zum Calciumtransport im Pansen beschreiben dabei eine zentrale Rolle der TRP Kanäle.

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Welche Calciumverbindungen gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Für die orale Milchfieberprophylaxe werden verschiedene Calciumverbindungen eingesetzt. Sie unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Calciumgehalt, Löslichkeit und Verträglichkeit.

Damit Calcium aufgenommen werden kann, muss es als gelöstes Calciumion vorliegen. Verbindungen mit geringer Löslichkeit liefern trotz hohen Calciumgehalts oft nur wenig verfügbares Calcium.

Calciumverbindung Ca-Gehalt Löslichkeit im Pansen Eignung Milchfieberprophylaxe
Calciumchlorid Sehr hoch Sehr hoch (exotherm) Bedingt geeignet (Verätzungsgefahr, kurze Wirkdauer)
Calciumformiat Hoch Sehr gut Sehr gut geeignet
Calciumpropionat Mittel Gut Gut geeignet
Calciumacetat Mittel Gut Gut geeignet
Calciumsulfat Mittel Gering Nur in Kombination sinnvoll
Calciumcarbonat Sehr hoch Im Pansen unlöslich Nicht geeignet
Calciumhydroxid Hoch Im Pansen unlöslich Nicht geeignet
Calciumstearat Gering (5,5-fach weniger als CaCl₂) Schlecht Nicht geeignet

 

Infografik zum Vergleich verschiedener Calciumquellen: Dargestellt werden der Calciumgehalt in Prozent und die Löslichkeit in Wasser bei 20 Grad Celsius für Calciumchlorid, Calciumformiat und Calciumcarbonat.

Abbildung 1: Calciumgehalte und Löslichkeit von verschiedenen Calciumquellen

 

Welche Calciumquelle bietet die zuverlässigste Milchfieberprophylaxe?

Das Ziel der oralen Calciumprophylaxe ist es, den Blutcalciumspiegel nach der Kalbung stabil zu halten. Studien belegen, dass die Wahl der Calciumquelle dabei entscheidend ist:

  • Calciumcarbonat und Calciumhydroxid sind für die Prophylaxe nicht geeignet. Beide lösen sich im Pansen kaum und gehen erst im stark sauren Milieu des Labmagens in Lösung. Das dort freigesetzte Calcium fällt im Dünndarm durch die Puffersubstanzen des Zwölffingerdarms (Duodenum) vielfach wieder aus und wird mit dem Kot ausgeschieden, ohne aufgenommen worden zu sein. Eine überwiegend auf Calciumcarbonat oder Calciumhydroxid gestützte Gabe bewirkt in Studien keinen wirksamen Anstieg des Blutcalciumspiegels.
  • Calciumformiat, Calciumpropionat und Calciumacetat heben den Blutcalciumspiegel zuverlässig und konstant über einen längeren Zeitraum an. Sie sind gut löslich, schleimhautverträglich und werden bereits im Pansen aufgenommen.

Mehr zum Calciumbedarf der Kuh und zur Rolle des Calciumstoffwechsels lesen Sie im Artikel „Welche Auswirkungen hat eine schlechte Calciumversorgung um die Geburt auf die Fruchtbarkeit meiner Herde?".

 

Warum ist Calciumchlorid trotz hoher Wirksamkeit umstritten?

Calciumchlorid löst sich exotherm auf, das heißt, bei der Auflösung wird Wärme freigesetzt. Diese Reaktion kann Verbrennungen und Verätzungen der Maul- und Pansenschleimhäute verursachen. Zudem bewirkt Calciumchlorid zwar einen schnellen, aber nur kurzen Anstieg des Blutcalciumspiegels. Ohne eine ergänzende Calciumquelle mit verzögerter Freisetzung, zum Beispiel Calciumsulfat, kann der Spiegel anschließend wieder abfallen und es trotz Behandlung zur Hypocalcämie, also einem Calciummangel im Blut, kommen.

 

Wie verbessern phytogene Wirkstoffe die Calciumaufnahme im Pansen?

Phytogene Zusatzstoffe können die aktive Calciumaufnahme im Pansen unterstützen. Dazu gehören bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe, die sogenannte TRP-Kanäle stimulieren.

Diese Transportkanäle ermöglichen die aktive Aufnahme von Calcium durch die Pansenwand. Untersuchungen beschreiben, dass bestimmte phytogene Wirkstoffe die Aktivität dieser Kanäle steigern können. Dadurch kann die Calciumaufnahme auch dann verbessert werden, wenn die Calciumkonzentration im Pansen bereits sinkt.

 

Welche Eigenschaften sollte ein CalciumBolus haben?

Ein wirksamer CalciumBolus sollte mehrere Anforderungen erfüllen:

  • Gute Löslichkeit im Pansen
  • Hohe Bioverfügbarkeit des Calciums
  • Gute Schleimhautverträglichkeit
  • Kombination schnell und länger wirksamer Calciumquellen
  • Sichere und einfache Eingabe

Milchfieber zuverlässig vorbeugen

Der PerformaNat CalciumBolus setzt auf Calciumformiat als schnell lösliche, schleimhautverträgliche Calciumquelle, kombiniert mit patentierten phytogenen Wirkstoffen für eine besonders effiziente Aufnahme im Pansen.

Häufige Fragen zu Calciumverbindungen und Milchfieber

Welche Calciumverbindung eignet sich am besten für die Milchfieberprophylaxe? Calciumformiat, Calciumpropionat und Calciumacetat sind am besten geeignet. Sie lösen sich gut im Pansen, haben einen soliden Calciumgehalt und heben den Blutcalciumspiegel konstant über einen längeren Zeitraum an. Calciumchlorid wirkt schnell, birgt aber das Risiko von Schleimhautverätzungen und hat nur eine kurze Wirkdauer.

Warum ist Calciumcarbonat für die Milchfieberprophylaxe ungeeignet? Calciumcarbonat löst sich im Pansen kaum auf. Es gelangt erst im Labmagen in Lösung, fällt aber im anschließenden Dünndarm durch Puffersubstanzen des Zwölffingerdarms wieder aus und wird größtenteils ungenutzt ausgeschieden. Studien zeigen keinen wirksamen Anstieg des Blutcalciumspiegels beim Einsatz dieser Verbindung.

Wie behandelt man Milchfieber bei Kühen? Bei klinischem Milchfieber (Hypocalcämie) wird Calcium intravenös verabreicht, um den Blutcalciumspiegel schnell anzuheben. Zur Vorbeugung empfiehlt sich die orale Gabe geeigneter Calciumpräparate rund um die Kalbung. Der PerformaNat CalciumBolus ist speziell für diese Prophylaxe entwickelt worden.

Was sind die häufigsten Stoffwechselerkrankungen bei Milchkühen? Milchfieber (Hypocalcämie), Ketose, Mastitis, Metritis und Labmagenverlagerung gehören zu den häufigsten Erkrankungen rund um die Kalbung. Calciummangel wirkt dabei häufig als gemeinsamer Auslöser. Wer das Risiko für Ketose zusätzlich minimieren möchte, findet beim PerformaNat EnergieBolus eine ergänzende Prophylaxeoption.

Welche Lösungen gibt es gegen Stoffwechselerkrankungen bei Milchkühen? Neben einem gezielten Fütterungsmanagement in der Transitphase ist die orale Calciumprophylaxe rund um die Kalbung eine der wirksamsten Maßnahmen. Entscheidend ist die Wahl einer gut löslichen Calciumquelle wie Calciumformiat in ausreichender Menge.

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