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Shamonda-Virus bei Kühen: Symptome, Übertragung und Schutz für den Betrieb

Das Shamonda-like-Virus ist ein im Sommer 2026 neu in Europa aufgetretener, mit dem Schmallenberg-Virus verwandter Erreger, der bei Milchkühen aktuell vor allem milde, nicht tödliche Symptome auslöst, während die Auswirkungen auf tragende Tiere noch offen sind. Betriebe sollten jetzt vor allem konsequenten Gnitzenschutz umsetzen und Verdachtsfälle den zuständigen Untersuchungseinrichtungen melden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Shamonda-Virus (SHAV) ist im Sommer 2026 neu in Europa aufgetretenes Orthobunya-Virus der Simbu-Serogruppe, verwandt mit dem Schmallenberg-Virus, aber genetisch ein eigenständiger Erreger.
  • Seit Mitte Juni 2026 treten in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich vermehrt Erkrankungen bei Milchkühen auf, das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Erreger am 3. August 2026. Nachweise bei weiteren Tierarten folgten.
  • Typische Symptome sind Fieber, Durchfall, Rückgang von Milchleistung und Futteraufnahme sowie verminderte Aktivität. Der Verlauf ist bei den meisten erwachsenen Tieren mild und bislang ohne Todesfälle.
  • Übertragen wird das Virus durch Gnitzen, die Saison läuft bis etwa Ende November mit Höhepunkt zwischen Juli und Oktober.
  • Ob eine Infektion tragender Kühe den Fötus schädigen kann, ist nach aktuellem Kenntnisstand ausdrücklich noch nicht geklärt.
  • Für eine klinische Erkrankung des Menschen durch das Shamonda-Virus gibt es bislang keinen Nachweis.
  • Ein Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung, wirksam ist vor allem der Schutz vor Gnitzen im Stall und auf der Weide.

 

Was ist das Shamonda-Virus (SHAV)?

Das Shamonda-Virus gehört zur Simbu-Serogruppe der Orthobunyaviren, zu der auch das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus zählen. Es ist kein neuer Erreger im eigentlichen Sinn, sondern seit den 1960er Jahren aus Afrika und Japan bekannt. Im Sommer 2026 trat erstmals eine europäische Variante auf, die laut einer aktuellen Studie des Friedrich-Loeffler-Instituts zu 93 Prozent im L- und M-Segment sowie zu 97 Prozent im S-Segment mit dem afrikanischen Shamonda-Virus übereinstimmt. Getestet wurde dabei ausdrücklich auch auf das Schmallenberg-Virus, mit durchgehend negativem Ergebnis. Es handelt sich also nachweislich um einen eigenständigen Erreger und nicht um eine Variante von SBV. Das Genom besteht aus drei Segmenten, dabei ist vor allem das für die Immunantwort relevante M-Segment deutlich unterschiedlich zum Schmallenberg-Virus, eine bestehende SBV-Immunität schützt Kühe also vermutlich nicht vor einer Infektion mit dem Shamonda-Virus.

 

Seit wann und wo tritt das Virus auf?

Landwirte und Tierärzte in Süddeutschland und der Schweiz beobachten seit Mitte Juni 2026 eine auffällige, hoch ansteckende Erkrankung bei Milchkühen. Bereits bis Ende Juli waren dem Rindergesundheitsdienst in Baden-Württemberg deutlich über 100 Betriebe gemeldet, bei denen bis zu 100 Prozent der Tiere betroffen waren. Das Friedrich-Loeffler-Institut identifizierte den Erreger am 3. August 2026 anhand von Proben aus vier betroffenen Betrieben. Am 17. August 2026 meldete das Institut, dass sich das Virus inzwischen auch auf Rheinland-Pfalz und Hessen ausgebreitet hat und dass erste Sequenzvergleiche nahelegen, dass die Fälle in der Schweiz und Frankreich vom selben Virus stammen. Der genaue Zeitpunkt der Einschleppung nach Europa wird laut Institut noch untersucht, weitere Fälle in zusätzlichen Bundesländern gelten als wahrscheinlich.

Am 1.9.2026 gab das FLI bekannt, dass eine weitere Virus-Variante im Nordwesten und Osten Deutschlands nachgewiesen werden konnte. Diese Variante wird als SHAV-EU2 bezeichnet, die erste Variante aus dem süddeutschen Raum als SHAV-EU1. Es handelt sich nach aktuellem Kenntnisstand um zwei unabhängige Seuchenereignisse. Ob die Tiere nach einer überstandenen Infektion mit einer Variante vor der anderen geschützt sind, ist bisher unklar.

Wie wird das Shamonda-Virus übertragen?

Übertragen wird das Virus durch Gnitzen der Gattung Culicoides, dieselben blutsaugenden Mücken, die auch das Schmallenberg-Virus und die Blauzungenkrankheit verbreiten. Eine relevante direkte Übertragung von Tier zu Tier ist nicht belegt. Die Gnitzensaison beginnt in Deutschland witterungsabhängig im April oder Mai und dauert bis etwa Ende November, die höchste Aktivität liegt zwischen Juli und Oktober. Mit steigenden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit nehmen sowohl die Vitalität der Gnitzen als auch die Virusvermehrung in der Mücke zu, wodurch sich die Virusbelastung im Jahresverlauf zunehmend aufschaukeln kann. Eine schnelle weitere Ausbreitung wird deshalb erwartet.

 

Infizierte Kühe zeigen Fieber, Durchfall und Milchleistungsrückgang

Erkrankte Rinder zeigen Fieber, teils über 41 Grad Celsius, einen Rückgang der Wiederkauaktivität, deutlich reduzierte Milchleistung und Futteraufnahme sowie teilweise wässrigen Durchfall. Die Symptomatik tritt fast ausschließlich bei laktierenden Milchkühen auf. Bei erwachsenen Tieren gilt der Verlauf meist als mild bis moderat, nach zwei bis drei Wochen klingen die Symptome in der Regel ab, Todesfälle wurden bislang nicht offiziell dokumentiert. Zusätzliche Belastungen wie Hitzestress können die Symptome laut dem Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf deutlich verstärken.

Die Auswirkungen auf tragende Kühe und den Fötus sind aktuell noch nicht geklärt

Das ist der Punkt, an dem aktuell am meisten Vorsicht geboten ist, gerade weil hier noch vieles offen ist. Bei anderen Viren der Simbu-Serogruppe wie dem Schmallenberg-Virus kann eine Infektion des Muttertiers während eines empfindlichen Trächtigkeitsfensters über die Plazenta auf den Fötus übergehen und zu Aborten, Totgeburten oder Fehlbildungen wie dem sogenannten Arthrogrypose-Hydranenzephalie-Syndrom führen. Ob dies auch für das neu aufgetretene Shamonda-Virus gilt, lässt sich nach Angaben von Friedrich-Loeffler-Institut und STUA Aulendorf derzeit ausdrücklich nicht abschätzen. In Baden-Württemberg ist bislang keine signifikant erhöhte Sterblichkeits- oder Abortrate bei Rindern zu beobachten. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber aus möglicherweise betroffenen Herden sollten deshalb besonders aufmerksam untersucht werden.

Was Landwirte jetzt konkret tun sollten

Klassische Bekämpfungsmaßnahmen bieten laut Friedrich-Loeffler-Institut keinen zuverlässigen Schutz vor dem Virus selbst, der Schutz vor Gnitzen senkt das Infektionsrisiko trotzdem spürbar.

Konkret können Sie als Betrieb an folgenden Stellen ansetzen:

  • Im Stall: Frequenz beim Misten und Einstreuen erhöhen, Ventilatoren warten, Tränketröge sauber halten, engmaschige Fliegennetze anbringen
  • Auf der Weide: Feuchtgebiete meiden, sumpfige Stellen trockenlegen, Tränkebereiche befestigen, einen Unterstand bereitstellen
  • Am Einzeltier: eine Repellentbehandlung durchführen
  • Bei Verdachtsfällen: bei Fieber, Durchfall und Milchleistungsrückgang während der Gnitzensaison Proben an die zuständige Landesuntersuchungseinrichtung schicken, klären Sie vorher mit dem Tierarzt, wer in Ihrem Bundesland die Untersuchungskosten trägt
  • Bei der Zuchtplanung: den Besamungszeitpunkt möglichst so legen, dass die empfindliche Phase der Trächtigkeit außerhalb der Gnitzen-aktiven Zeit liegt

Daneben spielt die allgemeine Widerstandsfähigkeit der Kühe eine Rolle, vor allem über Futterhygiene, eine höhere Vorlagefrequenz, faserreiches Futter und die Reduktion von Hitzestress.

Für ein starkes Immunsystem

Der PerformaNat EnergieBolus unterstützt die Kuh bei erhöhtem Energiebedarf für die Immunreaktion und geringere Futteraufnahme. Bei Infektionen rutscht die Kuh schnell in eine negative Energiebilanz, die eine Ketose hervorrufen kann. Hier unterstützt der EnergieBolus die Versorgung und Erholung.

PerformaNat PansenFit hilft bei Durchfall und geringer Futteraufnahme, das Gelichgewicht im Pansen wieder herzustellen. Zusätzliches Propionat unterstützt die Leberfunktion. 

Häufige Fragen zum Shamonda-Virus

Was ist der Shamonda-Virus?
Das Shamonda-Virus ist ein durch Gnitzen übertragenes Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe, das seit Sommer 2026 erstmals auch in Mitteleuropa bei Rindern nachgewiesen wird. Es ist mit dem Schmallenberg-Virus verwandt, aber genetisch ein eigener Erreger. Mittlerweile wurden durch das Friedrich-Löffler-Institut zwei Virusvarianten identifiziert. Eine Kreuzimmunität kann bisher nicht bestätigt werden.

Was ist das Shamonda-Virus bei Kühen?
Bei Kühen verursacht das Virus vor allem Fieber, Durchfall und einen spürbaren Rückgang der Milchleistung. Betroffen sind Rinder und kleine Wiederkäuer. Die ersten Fälle bei Pferden wurden auch bestätigt. 

Wie läuft der Shamonda-Virus ab?
Nach der Infektion über einen Gnitzenstich zeigen erkrankte Kühe innerhalb weniger Tage Fieber, Durchfall und Milchleistungsrückgang. Der Verlauf ist bei erwachsenen Tieren häufig mild, nach zwei bis drei Wochen klingen die Symptome in der Regel ab.

Wie verläuft eine Shamonda-Virus-Infektion bei Rindern?
Der Krankheitsverlauf gilt bei erwachsenen Rindern meist als mild bis moderat, mit Erholung nach wenigen Tagen bis Wochen und ohne bisher offiziell dokumentierte Todesfälle. Unklar ist weiterhin, wie sich eine Infektion bei tragenden Tieren auf den Fötus auswirkt.

 

Ist das Shamonda-Virus gefährlich für trächtige Kühe?
Ob eine Infektion während der Trächtigkeit den Fötus schädigen kann, ist nach aktuellem Kenntnisstand von Friedrich-Loeffler-Institut und STUA Aulendorf ausdrücklich noch nicht geklärt. In Baden-Württemberg wurde bislang keine erhöhte Abort- oder Sterblichkeitsrate beobachtet, deshalb sollten auffällige Aborte und Fehlbildungen untersucht werden.

Wie kann ich meine Kühe vor dem Shamonda-Virus schützen?
Am wirksamsten ist der Schutz vor Gnitzen durch Fliegennetze, Repellents, gut gewartete Ventilatoren und die Vermeidung feuchter Flächen in Stall- und Weidenähe. Ein Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung.

Wofür steht PerformaNat?
PerformaNat entwickelt Futterergänzungsmittel für Milchkühe mit dem Ziel, Stoffwechsel, Nährstoffversorgung und Tiergesundheit über den gesamten Laktationsverlauf zu unterstützen. Mit unserem EnergieBolus und PansenFit können betroffene Kühe gezielt unterstützt werden, damit sie sich von der Erkrankung schneller erholen können.

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